Stefan Rabsch

SEO / Product Manager / Fachbuchautor

Lands End San Francisco

Schlagwort: San Francisco

ZDF-Reportage aus dem Silicon Valley

Die „Schöne neue Welt“ wird in einer aktuellen ZDF-Reportage aus dem Silicon Valley erklärt. Der heute journal Moderator Claus Kleber zeigt, wie das Silicon Valley die Technik und Menschen bereits bestimmt oder bald bestimmen will. Die einstündige Dokumentation gibt einen interessanten Einblick zum aktuellen Geschehen in und um San Francisco mit vielen Interviews zu autonomen Fahren, digitalen Universitäten, Biotechnologie, Robotik und der Sharing Economy. Es ist momentan viel in Bewegung. Gründer und Investoren sind emsig auf der Suche nach der nächsten großen Idee.

Die Reportage zeigt viele Szenen aus San Francisco, die mir inzwischen – nach neun Monaten hier – schon ziemlich bekannt vorkommen. Es gibt tatsächlich einen anderen Rhythmus im Silicon Valley im Vergleich zu Europa, aber auch zu anderen Teilen der USA. Neben den vielen technischen Neuerungen, die meines Erachtens nicht aufzuhalten und zu bremsen sind, sollte es auch mehr Diskussion um die damit einhergehende gesellschaftliche Entwicklung geben.

Man kann in San Francisco schon eine gewisse Zweiteilung der Bevölkerung feststellen. Oft heißt es „Do you work in Tech?“. Es gibt die vielen (meist gut bezahlten) Tech-Worker und drumherum eine ganze „Convenience-Industrie“ und deren Angestellte oder Dienstleister, die das Leben vereinfachen sollen. Beispiele sind Uber oder Lyft, und eine Vielzahl an Lebensmittel- und Restaurant-Lieferdiensten (Munchery, Grubhub, Instacart, etc.). Ein paar weitere – teilweise etwas kritische – Kommentare zur Sendung gibt es von Business Insider, Focus Online und Gründerszene.

Davies Symphony Hall

Rückblick: Mind the Product Konferenz in San Francisco

Anfang Mai hatte ich die Gelegenheit die Mind the Product Konferenz in San Francisco zu besuchen, wohl eine der größten Konferenzen im Bereich Produktmanagement („Woodstock for product managers“). Diese findet im September auch in London statt. Über 1200 Produktmanager versammelten sich hier, um sich neuen Input für die tägliche Arbeit zu holen.

Die Speaker waren alles hochkarätige Leute mit geballter Erfahrung aus den angesagtesten Unternehmen des Silicon Valley. Interessant war, dass die Vorträge nichtmal einen Titel hatten, sondern nur mit der Person und Vita angekündigt waren. Um so mehr war ich auf die Inhalte gespannt.

Die Keynote gehörte Ken Norton, Product Partner bei Google Ventures. Passend zur Location, der Davies Symphony Hall, verglich er Produktmanager mit Dirigenten und zog Parallelen zur Jazz-Musik. Die interessante Präsentation hat er auch auf seiner Seite als Essay veröffentlicht, samt zusätzlichen Informationen und Hörbeispielen! Please make yourself uncomfortable. Sehr empfehlenswerter Beitrag.

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Weiter ging es mit Vorträgen zu Web-Psychologie (Nathalie Nahai), Informationsarchitektur für „naughty vs. nice products“ (Abby Covert, „Make Sense of Any Mess“, Slideshare) und dem Hype-Thema Artificial Intelligence bzw. Machine Learning (Ashwini Asokan). Interessant war auch eine Studie von Laura Klein über das perfekt eingespielte Produkt-Team, also ein „heist team“ ähnlich der Ocean’s Eleven Truppe und über den Happiness-Faktor. Peter Merholz (Slideshare) hielt ein Plädoyer für mehr UX/Design-Anteile in der täglichen Produktmanager-Arbeit im Vergleich zu Technologie und Business.

Maria Giudice (Slideshare), VP Design bei Autodesk, sprach dann wieder etwas mehr über die Konsumentenseite und warb für M♥P = „Minimum Loveable Products“ anstatt MVPs (Minimum Viable Products). Kunden sollen durch mehr Empathie als reale Menschen gesehen werden, nicht bloß als reine Nutzer eines Produkts. Wobei wir wieder bei dem Motto der Konferenz wären: Build Products People Love!

MVP

Insgesamt waren es viele interessante Vorträge von sehr guten Speakern in einer eindrucksvollen Location. Die Präsentationen waren ziemlich „High-Level“ gehalten, manchmal hätte ich mir dabei etwas mehr inhaltliche Tiefe gewünscht. Aber bei nur einem Konferenztag und keinen parallelen Tracks kann man nicht alles haben. Hier gibt es noch ein paar weitere Recaps von der Konferenz:

Und ein kleiner Video-Rückblick von Mind the Product.

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